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Umzug mit Katze

Wenn du mit deiner Katze umziehst, kannst du einiges im Vorfeld tun, um deiner Katze die Eingewöhnung in der neuen Umgebung zu erleichtern. Auch den Umzugstag selbst kannst du so gestalten, dass dieser für deine Katze mit möglichst wenig Stress verbunden ist.

In der neuen Wohnung

Bei der Einrichtung in deiner neuen Wohnung berücksichtige katzentypische Bedürfnisse an die Einrichtung. Du kannst deiner Katze eine Art „Catwalk“ bereitstellen. Das muss nicht immer kostspielig sein, du hast auch die Möglichkeit Möbel – aus Katzensicht – günstig aufzustellen.

Du kannst beispielsweise eine Kommode neben einen Schrank stellen und daneben einen Kratzbaum, der an einem Fenster steht. So könnte deine Katze von der Kommode aus auf den Schrank springen, von dort auf den Kratzbaum und von da aus auf das Fensterbrett. Vielleicht steht sogar noch eine Couch in Nähe der Kommode oder du stellst noch einen Hocker oder Sessel davor? Auch kannst du Regalbretter so anbringen, dass z. B. eine Art Treppe entsteht, die auf einen Schrank führt. Somit hat deine Katze die sogenannte „3. Dimension“ (in der Höhe) zur Verfügung. Richte ihr auch auf dem Schrank und/oder auf dem Fensterbrett einen kuscheligen Platz ein, so kann sie den Raum gut überblicken, nutzt den Platz vielleicht auch zum Schlafen oder beobachtet Vögel draußen.
Hast du einen Balkon, denke auch daran, diesen vor der ersten Benutzung ausbruchsicher zu machen, z. B. mit einem geeignetem Katzennetz.

Katzentoiletten und Futterplätze

Überlege dir, wo du die Katzentoiletten aufstellen möchtest. Wähle ruhige Orte aus, die frei zugänglich und gut erreichbar sind, so dass die Toiletten von mehreren Seiten aus begehbar sind. Neben einer schleudernden Waschmaschine oder in der hintersten Ecke der Wohnung ist sicher kein geeigneter Platz aus Katzensicht.
Wo soll zukünftig gefressen werden? In der Küche? Dann schau doch auch da, dass du ihr dort ein ruhiges Plätzchen als Futterplatz reservierst. Wasser biete bitte entfernt vom Futter an und biete ihr mehrere Wasserstellen verteilt in der Wohnung an.

Bekannte Dinge für deine Katze mitnehmen

Bringe im Vorfeld einige Gebrauchsgegenstände mit, die deine Katze regelmäßig nutzt, wie z. B. Kratzbaum, Decken, Katzenbetten und Spielzeug. Bringe diese „Stück für Stück“ schon 2-3 Tage vor dem geplanten Umzug in die neue Wohnung, damit deine Katze im neuen Zuhause bekannte Gegenstände mit den ihr bekannten Gerüche vorfindet. Auf diese Art fällt ihr ein Wohlfühlen sicher leichter.

Willkommenszimmer

Richte deinem kätzischen Mitbewohner für die ersten Tage ein „Willkommenszimmer“ in der neuen Bleibe ein, so dass sie bei Ankunft in der neuen Wohnung erst mal ein kleines, überschaubares und ruhiges Revier vorfindet. Dieser natürlich eingerichtet mit Kuschel/Aussichtsplatz, Futterplatz, Wasserstelle und Katzentoilette. Auch kannst du Kartons aufstellen, die deine Katze erkunden und als Versteck nutzen kann.

Pheromone

Ein Feliway Stecker 24 h vor dem Umzugstag in ihrem Willkommenszimmer eingesteckt, kann deine Katze bei der Eingewöhnung unterstützen.

Vorbereitung in der „alten Wohnung“

Sicheres Rückzugszimmer

In deiner „alten“ Wohnung ist ein sicherer Rückzugsort als Auszugs-/Übergangszimmer ebenfalls hilfreich für deine Katze. Mit diesem kannst du deiner Katze einen großen Teil von dem Stress des “Mein-Zuhause-löst-sich-auf” ersparen und zudem ist sie so auch nicht den fremden Umzugshelfern ausgeliefert. Und die Gefahr, dass deine Katze durch offengelassene Türen entwischt oder verletzt wird ebenfalls reduziert.
Plane rechtzeitig eine Gewöhnungszeit für dieses “Auszugszimmer” ein, damit sie sich auch darin wohlfühlen kann. Das kannst du fördern, indem du dort mit ihr spielst, clickerst oder auch fütterst. So kann deine Katze diesen Ort als sehr angenehm empfinden.

Nahrungsergänzungmittel

Hast du eine eher ängstliche Katzen, kannst du es auch mit Nahrungsergänzungsmitteln versuchen. Die müssen allerdings einige Wochen vorher eingesetzt werden, damit sie wirken können. Bitte spreche hierauf deinen Tierarzt oder Verhaltensberaterin deines Vertrauens an.

Transportbox

Wie beim Tierarzttraining schon, sollte die Transportbox immer positiv als angenehmes Katzenmöbelstück im Lebensraum der Katze integriert worden sein.
Denn wie beim Tierarztbesuch auch, ist die Transportfahrt allein schon Stress für die Katze. Wenn du erst jetzt mit dem Transportboxtraining beginnst, kannst du diese mit hinterlegten Lecklies oder durch das Aufstellen an erhöhten (gesicherten) Plätzen attraktiver für sie gestalten. 
Hier kannst etwas zur Wohn-Transportbox lesen 

Der Umzug geht los

Bereite das Auszugszimmer für deine Katze mit tollen Dingen wie Fummelbrett, Kartons & Co. vor. Bitte sie bereits am Abend vor dem Umzug  in „ihr Zimmer“ und verbringe idealerweise die Nacht dort. Am Umzugstag bleibt sie in diesem Zimmer, vielleicht mit etwas Radiomusik, während die Menschen mit dem Einladen etc. beschäftigt sind. Wenn du dann alles erledigt hast, fährst du mit deiner Katze in Ruhe zur neuen Wohnung und in ihr “sicheres Ankunftszimmer”.
Wirkt deine Katze nach einiger Zeit (bis Tagen) angstfrei und entspannt in „ihrem Zimmer“ und beginnt neugierig zu werden, dann kannst du mit ihr den nächsten Teil der neuen Wohnung gemeinsam erkunden. Bestärke sie in ihrem Erkundungsverhalten und ermögliche ihr jederzeit den Rückzug in “ihr Zimmer”, damit sie dieses in der Anfangszeit als sicheren Hafen behält.

Katzen sind als territoriale Wesen auf neuem und unbekanntem Terrain unsicher bis ängstlich, wobei dies je nach Persönlichkeit und individuellen Erfahrungen variiert. Viel Erfolg bei deinem Umzug und einen guten Start für deine Katze und dich im neuen Zuhause.

by Adriane Schulz