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Anthropomorphismus

Können Katzen protestieren? Vielleicht kommt euch folgendes bekannt vor: Eure Katze kratzt an Stellen in eurer Wohnung die euch so gar nicht gefallen, oder uriniert neben das Katzenklo? Ihr kommt später nach Hause als sonst, und findet Kratzspuren oder Urin in eurer Wohnung, an für euch unmöglichen Stellen? Ihr wertet vielleicht dieses Verhalten eurer Katze als Trotz oder als Protest? Eben weil ihr später als sonst nach Hause gekommen seid. Oder weil ihr eine Futtersorte füttert, die eure Katze nicht so gerne frisst und ihr schlussfolgert, dass eure Katze euch damit „sagen“ will, dass sie unzufrieden mit ihrem Futter ist, also „trotzig“ das angebotene Futter ablehnt.

„Dann musst du die Katze mit Wasser nass spritzen“

Wasserpistole und Sprühflasche gehören zu den gängigen Erziehungsmitteln von Katzenhaltern. Was ist zu halten von der Empfehlung, eine Katze bei Fehlverhalten mit einem Wasserstoß zu strafen? Diese „Therapiemaßnahme“ soll einmal genau unter die Lupe genommen werden. Ein Großteil der Katzenhalter lässt sich in zwei Fraktionen aufteilen. Die einen sind der Überzeugung, dass sie keine Chance haben, ihre Katze zu erziehen und ihr den eigenen Willen „aufzuzwingen“. Diese Halter sind häufig sehr tolerant gegenüber verschiedensten Verhaltensweisen ihrer Katzen. Manchmal drücken sie auch notgedrungen ein Auge zu, weil sie einfach nicht wissen, wie sie ihre Katze von einem bestimmten Verhalten abbringen könnten. Die andere Fraktion gibt nicht so schnell auf, sondern versucht ihren Katzen immer wieder klarzumachen, dass einige Verhaltensweisen wie z. B. das Anknabbern von Pflanzen, das Sitzen auf dem Esstisch oder das Urinieren auf dem Teppich nicht erwünscht sind. Um den Katzen die jeweilige Botschaft zu überbringen, wird gerne laut „Nein“ gesagt oder geschrien oder in die Hände geklatscht. Kommt man damit nicht weiter und fragt um Rat, so hört man schnell und von vielen …

Betrachtung des inneren Teams für den Umgang mit der Katze

Das Modell des “inneren Teams” bietet einen anschaulichen Rahmen, um eigenes Verhalten besser zu verstehen bzw. Entscheidungen zu treffen bei Themen, die mit inneren Konflikten einhergehen. Es greift dabei die wohl uns allen vertrauten inneren Stimmen auf, die sich in bestimmten Situationen oder bei bestimmten Fragen zu Wort melden, unser Verhalten lenken oder innere Diskussionen entfachen. Diese inneren Stimmen oder “Teammitglieder” werden wahrgenommen, näher erforscht und gewürdigt mit ihren eigenen Beweggründen und Zielen. Auf dieser Grundlage kann man Potenzial für die eigene persönliche Entwicklung entdecken und erarbeiten: Dazu gehört die Stärkung bzw. Etablierung des “Oberhaupts”, das dann zunehmend souverän und verantwortungsvoll handeln kann. Zusätzlich trägt man den Bedürfnissen einzelner Teammitglieder zu einem gewissen Grad Rechnung und handelt innere Kompromisse aus.